Zwischen dem 22. und 26. Juni fiel für 16 Schülerinnen und Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Lengenfeld unterm Stein der reguläre Unterricht aus. Stattdessen beschäftigten sie sich mit einem wichtigen Teil der deutschen Geschichte, und das auf künstlerische Weise. In Zusammenarbeit mit der Kunstlehrerin Frau Fuhlrott und der Künstlerin Susanna Hanna, Trägerin des Thüringer Landesstipendiums für Bildende Kunst 2025, widmeten sich die Jugendlichen dem Thema „Das Grüne Band“. Das ehrgeizige Ziel der Projektwoche: die Produktion eigener Stop-Motion-Filme.
Zum Auftakt ging es am Montag in das Grenzmuseum Schifflersgrund. Dort startete die Gruppe zu einer dreistündigen Wanderung entlang des Kolonnenwegs. Begleitet wurden sie dabei von Gerhard Propf. Der Zeitzeuge und heutige Gebietsbetreuer am Grünen Band ließ die Geschichte durch seine persönlichen Erlebnisse lebendig werden. Diese intensiven Eindrücke direkt am Ort des Geschehens lieferten den Schülerinnen und Schülern wertvolle Inspirationen für ihre späteren filmischen Umsetzungen. Im Anschluss wurde das Museum noch ausgiebig besichtigt.
Mit vielen Ideen im Gepäck begann am Dienstag die eigentliche kreative Arbeit. In den darauffolgenden drei Tagen entstanden beeindruckende Stop-Motion-Filme. Die Jugendlichen wählten dafür gezielt regionale und emotionale Themen – von den Schicksalen der Grenzhunde bis hin zur Geschichte des Dorfes Kella, das einst mitten im Sperrgebiet lag. Nach drei Tagen intensiver Produktion konnten die Schülerinnen und Schüler stolz ihre Ergebnisse präsentieren. Eine besondere Ehre: Die Filme werden in den kommenden Monaten in der Kunsthalle Erfurt ausgestellt.
Genau diese Kunsthalle war auch das Ziel der Exkursion am abschließenden Freitag. Dort erhielten die Schülerinnen und Schüler einen exklusiven Einblick in die aktuellen Arbeiten, die Susanna Hanna während ihres Stipendiums für ihre Ausstellung „land in between“ geschaffen hat. Im Zentrum ihrer Kunst steht das Grüne Band Thüringens. Die Künstlerin zeigt in ihren Malereien und Videoarbeiten eindrucksvoll, wie sich der ehemalige Todesstreifen über Jahrzehnte in einen einzigartigen, fast ungestörten Lebensraum verwandelt hat. Sie verbindet dabei in ihren Werken Geschichte, Erinnerung und Natur miteinander und lädt den Betrachter ein, das Ökosystem der ehemaligen Grenze mit völlig neuen Augen zu sehen.
Für alle Beteiligten war das Projekt „Grünes Band“ eine intensive und lehrreiche Erfahrung. Neben handwerklichen Fähigkeiten im Bereich der Stop-Motion-Technik nahmen die Schülerinnen und Schüler vor allem ein tieferes Verständnis für die jüngere deutsche Geschichte mit nach Hause. Ein großer Dank gilt allen Helfern und Organisatoren, die diese unvergessliche Projektwoche möglich gemacht haben.
(Laura Montag & Annabell Nonnenmacher, 9a)











