Schüler setzen Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und das Vergessen
Erstmals beteiligt sich das Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Lengenfeld unterm Stein am bundesweiten Anne-Frank-Tag und setzt damit ein sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und das Vergessen. Als eine von insgesamt 843 Schulen in Deutschland gestaltet das Gymnasium am Anne-Frank-Tag 2026 einen besonderen Projekttag, der sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus, der Erinnerungskultur sowie aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzt.
Der Anne-Frank-Tag wird jährlich vom Anne-Frank-Zentrum Berlin gemeinsam mit dem Anne-Frank-Haus Amsterdam organisiert. Ziel des bundesweiten Schulaktionstages ist es, junge Menschen zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Holocausts anzuregen und gleichzeitig ein Bewusstsein für Demokratie, Menschenrechte sowie ein respektvolles gesellschaftliches Miteinander zu schaffen. Das diesjährige Motto lautet „Geschichte erzählen“.
Im Mittelpunkt des Projekttages steht die Erinnerung an Anne Frank, die mit ihrem Tagebuch weltweit zu einem Symbol für die Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus geworden ist. Die Schülerinnen und Schüler der Schule beschäftigen sich dabei intensiv mit ihrem Leben, ihrem Schicksal und den historischen Hintergründen der NS-Zeit. Gleichzeitig soll deutlich werden, warum Erinnerungsarbeit auch heute noch eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe bleibt.
Besonders im Fokus stehen in diesem Jahr die Themen Krieg und dessen Folgen für Kinder und Jugendliche. Die Jugendlichen setzen sich mit der Frage auseinander, welche Auswirkungen Ausgrenzung, Gewalt und politische Extremismen auf junge Menschen haben können – damals wie heute. Darüber hinaus geht es um Formen von Rassismus und Antisemitismus im Alltag sowie darum, wie demokratische Werte und Menschenrechte aktiv geschützt werden können.
Schwerpunktmäßig nehmen die achten und neunten Klassen an dem Projekt teil. Im Unterricht der Fächer Deutsch und Religion arbeiten die Jugendlichen mit Auszügen aus dem Tagebuch der Anne Frank, der Anne-Frank-Zeitung sowie einer Plakatausstellung, die Schulhaus ausgestellt ist.
Darüber hinaus unternehmen die neunten Klassen im Rahmen des Geschichtsunterrichts eine Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Buchenwald. Der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers soll den Schülerinnen und Schülern die nationalsozialistischen Verbrechen eindringlich vor Augen führen und ihnen die Bedeutung von Erinnerungskultur auf unmittelbare Weise vermitteln. Die Begegnung mit dem historischen Ort bietet die Möglichkeit, das im Unterricht Erarbeitete zu vertiefen und persönliche Eindrücke zu gewinnen.
Mit der erstmaligen Teilnahme am Anne-Frank-Tag reiht sich das Käthe-Kollwitz-Gymnasium in eine bundesweite Initiative ein, die jungen Menschen historische Verantwortung und demokratische Werte näherbringen möchte. Die Schule macht damit deutlich, dass Erinnern nicht nur die Vergangenheit betrifft, sondern auch eine wichtige Grundlage für das gesellschaftliche Zusammenleben in Gegenwart und Zukunft bildet.
(Adrian Volkmar)








