Wenn in Werbespots Schimpansen schnelle Autos fahren und diese anpreisen, dann steckt darin bereits eine moderne Form der Fabel. Fabeln sollen Aufmerksamkeit erregen, unterhalten und zugleich eine Botschaft vermitteln. Genau diese Eigenschaften treffen auch auf Maurice Ghaedi Bardehei zu, der unsere Theater-AG am 5. Mai besuchte.
Der Lyriker, Philosoph und Autor aus Berlin hat seine Wurzeln in Thüringen. Mit seinem berühmten Ur-Ur-Ur-Urgroßvater, dem Fabeldichter Justus Friedrich Wilhelm Zachariä aus Bad Frankenhausen, verbindet ihn die Leidenschaft für kurze, gesellschaftskritische Texte.
„Ich habe einen Tipp für euch: Ich stelle mir Menschen, denen ich begegne, oft als Tiere vor, besonders in unangenehmen Situationen. Da wird der bedrohliche Typ schnell zu einem dicken Biber, und die Angst ist plötzlich viel kleiner“, erzählte Maurice den Schülerinnen und Schülern.
Mit viel Humor, aber auch mit seinem tiefgründigen und persönlichen Song „Ungeweint“, der zu seinen aktuellen Werken gehört, gab er kreative Impulse für das eigene Schreiben. „Schreibt, schreibt immer weiter. Hauptsache, ihr schreibt – egal, was andere dazu sagen“, motivierte er die Mitglieder der Theater-AG. Und geschrieben wurde tatsächlich sofort: Gemeinsam erklärten die Schülerinnen und Schüler den stolzen Pfau zu ihrem Lieblingsfabeltier. Daraus entwickelte sich die Idee einer eigenen Fabel, in der ein Geier dazu verleitet wird, sich mit fremden Federn zu schmücken.
In den kommenden Monaten soll daraus ein Theaterstück entstehen. Mit diesem möchten die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler am 26. September, dem Geburtstag von J. F. W. Zachariä, in Bad Frankenhausen an einem Wettbewerb teilnehmen.
(M. Steinbach)













